Weitblicke und Hörerlebnisse

Rodensteinmuseum stattet Sagenpfad mit Hör- und Erlebnisstationen aus

Die virtuelle Modellkonstruktion zeigt, wie prächtig die Burg Rodenstein gewesen sein muss. Foto: Rodensteinmuseum

30.09.2021

FRÄNKISCH-CRUMBACH. Wandern mit einem hohen Informationsgehalt über die Rodensteiner Sage verspricht der Verein Rodensteinmuseum mit Sitz in Fränkisch-Crumbach. Für diesen Zweck hat der Verein einen bemerkenswerten Weg gewählt, der von der Laudenauer Höhe, vorbei am „fallenden Bach“, bis nach Fränkisch Crumbach führt und die Burgruine Rodenstein einbezieht. „Das Vorhaben ‚Sagenpfad‘ beinhaltet Erlebnisstationen an den Wanderwegen in Form von Tafeln, von denen Rodensteinsagen und weitere interessante Themen um diese Sagen per QR-Code abgerufen werden können. Der QR-Code ist mit einem Audioguide verbunden, von dem der Wanderer die Informationen mit dem Handy abhören kann“, sagt der Vereinsvorsitzende Claus Fittschen.

Der etwa vier Kilometer lange Weg besticht bereits durch seine Fernblicke, die bis in das Eberbacher Tal und auf das Schloss Reichenberg reichen. Dieser beginnt an dem Wanderparkplatz (erreichbar über den Reichelsheimer Ortsteil Laudenau, Freiheitsstraße), der nur wenige Schritte entfernt ist von der „Essigmanufaktur Zur Freiheit“. An den Stationen erfährt der Wanderer auch, wie der Rodensteiner sich im 19. Jahrhundert zu einem im gesamten deutschsprachigen Raum bekannten Charakter entwickeln konnte. Fittschen weiter: „Als Besonderheit werden über den QR-Code und Audioguide auf der Burgruine auch Teile aus einer Führung durch ein virtuelles 3-D Modell der Burg Rodenstein abrufbar sein.“ Diese Art der Rekonstruktion einer Burg sei in der Region bisher einzigartig, fügt er hinzu. Ein wichtiger Teil des Projektes ist ein Rundweg mit Rodenstein-Kindergeschichten, der auf der Burgruine beginnt. Fittschen spricht daher von einer Art Freilichtmuseum für Jung und Alt rund um die Burg Rodenstein und seine Sagen.

Als kultureller Hintergrund dient das 1980 eröffnete Rodensteinmuseum, das im Ortskern (Rodensteiner Straße 2) angesiedelt ist und sich gegenwärtig im Stadium der Umgestaltung von einem Heimatmuseum zu einem reinen Rodensteinnmuseum befindet. Das neue Museum will darauf aufmerksam machen, dass der Rodensteiner Ritter nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in St. Petersburg und Olmütz (Tschechien) in vielfältigen Novellen und Gedichten, Theaterstücken, Liedern und sogar in Opern Erwähnung gefunden hat. „Manchmal romantisch verklärt, andernorts mit patriotischen Anklängen“, fügt Fittschen hinzu. Die Hauptsage erzählt vom Rodensteiner Ritter, der aufgrund eines Fluchs im Odenwald durch die Lüfte umherzieht und Krieg und Frieden verkündet. Es heißt, dass Zeugen noch bis in das späte 20. Jahrhundert hinein glaubten, den Zug des Wilden Heeres des Rodensteiners gehört zu haben. (mgi)

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