Hinauf auf den Herrnberg von Groß-Umstadt

Barrierefreie Wege: Unterwegs auf dem Weinlehrpfad

Hier reicht der Blick bis zum Otzberg Foto: Manfred Giebe

31.08.2021

GROSS-UMSTADT. Mit einer Rebfläche von 45 Hektar behauptet sich das Weinbaugebiet Groß-Umstadt ganz nach dem Motto „klein, aber fein“. In der Lage „Herrnberg“ informiert ein rund zwei Kilometer langer Weinlehrpfad über die Tradition und Technik des Weinbaus. Eine ausgewählte Wegstrecke kommt ohne größere Höhenunterschiede und Barrieren aus.

Mit 1,4 Kilometer ist der Rundweg 2 der kürzeste unter drei Wegen, die am Rand der Weinberge beginnen. Direkt am Parkplatz (siehe Anfahrt) verläuft ein Weg zunächst etwa 50 Meter leicht bergab. Ein Wegweiser „Weinlehrpfad“ lässt die Wahl, weiter bergab zu gehen und rechts abzubiegen. Wir folgen dem Weg 2 nach rechts und betreten damit auf durchgängig asphaltiertem Untergrund den Weinlehrpfad. Begleitet werden wir von Wingertshäuschen und Informationstafeln, die alles über den Weinanbau und seine Rebsorten erzählen. Bereits vor rund 1700 Jahren wussten die Römer den am nördlichen Rand des Odenwalds vorherrschenden Lössboden nutzbringend einzusetzen. Heute werden regionaltypisch die Sorten Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner sowie in geringerem Umfang auch Kerner, Bacchus, Scheurebe und Weißer Burgunder angebaut.

Nach ca. 200 Metern kommt auf der rechten Seite eine Anlage (Petermann’s Ruh) mit Sitzbänken und einem Tisch. Im Schatten eines Kastanienbaums lädt dieses friedliche Fleckchen zum Verweilen ein. Der Blick schweift über die Tallage hinter Groß-Umstadt bis zu bewaldeten Hügeln am Horizont; dazwischen ragt der Otzberg hervor. Einige hundert Meter geht es gemütlich weiter, bis der Weg etwas ansteigt, um anschließend bergab im Schatten hoher Bäume, Sträucher und Brombeerhecken wieder leicht abzufallen. Der Weg führt in Richtung des afrikanischen Restaurants „Farmerhaus“. Zurück geht es über die leicht ansteigende Fahrstraße, auf der wir mit dem Auto gekommen sind. Wer den gesamten Weg um die Hälfte verkürzen will, geht von Petermann’s Ruh einige Schritte zurück und nimmt den schmalen Weg, der links auf der Höhe eines Häuschens zwischen den Weinreben verläuft. Es sind auf geschottertem Untergrund gut 100 Meter bergauf, bis in einer Rechtskurve der Rückweg ebenerdig verläuft.

Der Spaziergang beginnt am Waldparkplatz Otzbergblick, der über die beschilderte Wegführung zu den Kreiskliniken in Groß-Umstadt zu erreichen ist. In der Röntgenstraße folgen wir der Beschilderung „Farmerhaus“ und fahren daran vorbei bis zum Parkplatz im Wald (ausgeschildert:, heißt auch Hainrichsberg). (mgi)
   

BUCHTIPP

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„Die schönsten Spaziergänge im Odenwald“. 3 Bände mit je 27 Empfehlungen für barrierefreie Unternehmungen im Odenwald von Manfred Giebenhain, 98 Seiten, ISBN 978-3-942215-12-1, 978-3-942215-15-2 und 978-3-942215-18-3. Bezugsquelle: es-Verlag unter E-Mail an kopierzentrum@t-online.de. Der Preis liegt bei 12,80 Euro.