Wege in die Pflegebranche
04.09.2018

Gute Jobchancen und viel Verantwortung

Pflegefachkräfte haben beste Aussichten auf einen krisensicheren Arbeitsplatz. Foto: Markus Scholz/mag

Die Jobchancen sind sehr gut. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt, doch Pflegekräfte gibt es oft zu wenige. Wer im Pflegebereich tätig sein will, muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg rät, zunächst ein Praktikum im Pflegebereich zu absolvieren. Die Arbeit sei körperlich wie psychisch anstrengend. Schicht- und Wochenenddienst sind an der Tagesordnung, die Bezahlung sei oft nicht gerade üppig.

Dennoch: „Der Bedarf an Pflegefachkräften ist derzeit so hoch, dass Seiteneinsteiger wirklich gute Berufsaussichten haben“, sagt Ebsen. Der Einstieg in die Branche gelingt über viele Wege – drei Beispiele:

Ausbildung: Bundesweit gibt es derzeit drei einheitlich geregelte Ausbildungen zum Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger. Sie dauern jeweils drei Jahre. Angehende Altenpfleger absolvieren neben einem schulischen Teil viele Praxisphasen in Pflegeeinrichtungen. Künftige Kinder- und Krankenpfleger werden an Berufsfachschulen und in Bereichen der Krankenhäuser ausgebildet. Vereinzelt müssen Azubis im Bereich Altenpflege noch Schulgeld zahlen. Das ändert sich ab 2020: Dann bekommt jeder Azubi eine Ausbildungsvergütung, und die drei getrennten Ausbildungen gehören der Vergangenheit an. Azubis können dann nach einer zweijährigen allgemeinen Ausbildung wählen, ob sie sich im dritten Jahr auf die Pflege von Kindern oder alten Menschen spezialisieren wollen, oder die allgemeine Ausbildung fortsetzen.

Wiesbadener Volksbank

Studium: Auch eine akademische Ausbildung ist möglich. „In Deutschland bieten 78 Fachhochschulen und Universitäten insgesamt 149 Pflegestudiengänge an“, sagt Claudia Böcker vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn. Zum Teil gibt es duale Studiengänge, die die Berufsausbildung mit einem Bachelorstudium verknüpfen. Andere Studiengänge befähigen Absolventen, später Management-Posten in Pflegeeinrichtungen zu übernehmen. Die Bachelor-Studiengänge dauern je nach Ausrichtung und Hochschule drei bis viereinhalb Jahre.

Fortbildung: Es gibt viele Möglichkeiten der Weiterbildung. So können Krankenpfleger etwa Fachkrankenpfleger im Operationsdienst werden. Altenpfleger können sich zum Fachaltenpfleger für klinische Geriatrie und Rehabilitation weiterbilden.

Oder: Man macht sich selbstständig mit einem ambulanten Pflegedienst. Nach einer entsprechenden Weiterbildung ist zudem denkbar, dass jemand die Leitung einer Station im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung übernimmt. mag

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