Von Mensch zu Mensch

Viel Gestaltungsspielraum in der NRD

Ein besonderes Highlight für Melanie Lahme war die Teilnahme am Hessentag in Rüsselsheim, 2017. Alle waren dabei: Praktikant*innen, Klient*innen und Mitarbeitende inklusive Regionalleitung und Vorständin. Foto: NR

4.12.2021

„Mir macht mein Job unheimlich viel Spaß. Ich kann mit tollen Menschen arbeiten. Andere Menschen im Alltag zu unterstützen, ist viel mehr als nur Pflege. Und ich bekomme so viel zurück“, erklärt Dorothea Triebs. Sie wird im nächsten Sommer ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in der Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) abschließen. Welcher Beruf sich hinter dem etwas sperrigen Begriff verbirgt, ist vielen Menschen unklar. Das weiß auch Dorothea Triebs. „Leute, die mich nach meiner Arbeit fragen, können damit oft nichts anfangen. Ich erkläre dann, dass ich Menschen mit Behinderung im Alltag unterstütze. Manche sagen darauf: Das könnte ich nicht!“ In diesen Momenten wird Dorothea Triebs bewusst, wie wichtig es ist, von ihrer Arbeit zu erzählen. Denn für Sie steht fest: „Es ist ein schöner Beruf“.

Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie

Dorotheas Ziel war zunächst ein ganz anderes, sie hatte eine Ausbildung zur Konditorin gemacht, merkte aber, dass ihr der Job nicht gefiel. Ein spontanes Praktikum im Wohnverbund der NRD im rheinhessischen Wallertheim machte ihr so viel Spaß, dass sie sich entschloss, ihren Beruf zu wechseln und eine weitere Ausbildung anzuschließen. Heute begleitet sie im Wohntraining in Wallertheim Menschen mit Beeinträchtigung auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sie unterstützt sie im Haushalt, beim Kochen und Einkaufen, bei Erledigungen und Aktivitäten und hat ein offenes Ohr für Sorgen und Wünsche. Berührungsängste sind für die aufgeschlossene junge Frau kein Thema, auch nicht wenn sie mit ungewohnten Verhaltensweisen konfrontiert wird. „Wir müssen unsere Sichtweise verändern“, weiß sie. „Wir dürfen nicht schauen, was ein Mensch nicht kann, sondern was er kann. Das gilt eigentlich für uns alle“, ergänzt sie.

Dazulernen und neue Aufgaben übernehmen

Melanie Lahme hat ihre Ausbildungszeit bereits hinter sich. Die gelernte Heilerziehungspflegerin ist heute Teamleiterin im Betreuten Wohnen in Offenbach. Ihre Aufgabe ist es, vor Ort ein neues Angebot zu entwickeln: Eine ambulante Betreuung für erwachsene Menschen mit leichtem Unterstützungsbedarf, die selbstständig leben möchten. Wie geht man da vor? „Man muss sehr viele Gespräche führen“, fasst Melanie Lahme ihre Arbeit der vergangenen Monate zusammen, „mit potentiellen Klient*innen, ihren Angehörigen, aber auch mit Kollegen und anderen Beteiligten vor Ort. Unser Ziel ist es, allen Klient*innen eine passende Unterstützung zu ermöglichen.“ Das fängt an bei Vorbereitungskursen zum Trainieren der Selbstständigkeit, geht weiter mit der Suche nach barrierefreiem Wohnraum bis hin zur konkreten Organisation der bedarfsgerechten Unterstützung im Alltag.

Melanie Lahme fühlt sich gut gerüstet. Ihre fachlichen Erfahrungen aus früheren Aufgaben kommen ihr dabei zugute. „Meine Vorgesetzten haben mich immer bestärkt und mir viel Freiraum gelassen, auch eigene Ideen umzusetzen. Das habe ich sehr geschätzt“, erklärt sie. Hilfreich war für Melanie Lahme dabei unter anderem eine Fortbildung im Projektmanagement. „Diese Kenntnisse braucht man in vielen Arbeitsfeldern“, macht sie deutlich. „Ich empfinde es als echten Gewinn, so viele Möglichkeiten zu haben mich weiterzubilden.“ Eine Motivation, die sie inzwischen gern an ihre Praktikantin weitergibt.

Wie Melanie Lahme sind auch andere Kolleg*innen bereits langjährig in der NRD. Und das aus gutem Grund: Die breit gefächerte Unternehmensstruktur – über zwei Bundesländer hinweg – bietet zahlreiche Möglichkeiten um vielfältige Aufgaben zu übernehmen. Als besonders wertvoll empfindet Melanie Lahme die gute Zusammenarbeit im Team. „Viele Kolleg* innen sind inzwischen zu Freunden geworden“, bestätigt sie.

Raum für eigene Ideen und Persönlichkeit

Bei Zabi Hashemi war der Weg zur NRD ein anderer. Der gebürtige Afghane ist Lehrer und kam 2015 mit der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland. Um seine Deutschkenntnisse zu verbessern, wollte er an einem Sprachkurs in der Wichernschule der NRD teilnehmen und bekam prompt ein Angebot für ein Praktikum zur Unterrichtsbegleitung. Im späteren Kontakt mit dem Wohnverbundsleiter erhielt er ein Jobangebot als Quereinsteiger. Aktuell arbeitet Zabi Hashemi in Mühltal in einer Wohngruppe für Menschen mit einer autistischen Entwicklungsstörung. „Jeder Arbeitstag ist anders und auf seine Art herausfordernd“, erzählt Zabi, „aber gerade das macht die Arbeit lebensnah und abwechslungsreich“.

Nina Wurzrainer ist im Inklusiven Familienzentrum der NRD in Bensheim an der Bergstraße als Koordinatorin in viele Abläufe eingebunden. Sie übernimmt die Planung von Kursen und Veranstaltungen, die Vernetzung in der Gemeinde und mit den anderen Standorten aber auch die Pflege von Website und Social Media. „Mir gefällt die Vielfalt an Aufgaben. Ich bin gerne aktiv und schätze es, eigene Ideen oder Fähigkeiten in den Arbeitsalltag einbringen zu können“.

Die Berufswege der vier Kolleg*innen sind alle sehr unterschiedlich. Gemeinsames Ziel jedoch ist für alle Menschen eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Das spiegelt auch der Leitgedanke der NRD: „Inklusion gelingt nur gemeinsam“.

Weitere Einblicke in Arbeitsbereiche und Unternehmenskultur der NRD bietet das Jobportal: www.jobs.nrd.de