„Normal ist der Tod trotzdem nicht“

Die Arbeit als Bestatter ist oft nicht einfach

Sie ist Begleiterin, wenn Leben zu Ende gehen: Dorina Spannenberger in der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/mag

6.08.2021

Gerade jüngere Menschen haben oft eher wenige Berührungspunkte mit dem Thema Sterben. Für Dorina Spannenberger war das kein Grund, sich nicht beruflich damit auseinandersetzen: "Der Tod gehört zum Leben dazu. Wir haben einen Anfang – den begleitet die Hebamme – und ein Ende. Das begleitet der Bestatter", sagt sie. In ihrer Ausbildung zur Bestattungsfachkraft kümmert sich die 33-Jährige nicht nur um die lebenden, sondern auch um die verstorbenen Menschen. Dennoch ist es keine Routinearbeit, sagt Spannenberger: "Jede Beerdigung und jede Trauerfeier sind individuell und einzigartig."

Wissen, worauf man sich einlässt

"Die meisten, die diese Ausbildung anfangen, wissen worauf sie sich einlassen", sagt Klaus Werner, der die künftigen Bestattungsfachkräfte an der Berufsschule Bad Kissingen betreut. Die Abbruchquote sei recht gering: Von etwa 130 Azubis, die dort jedes Jahr starten, hören nur sechs bis acht wieder auf. Zwischenmenschliche Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen für die besondere Situation von Trauernden sind wichtig, sagt Elke Herrnberger vom Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB). Empathie findet auch Spannenberger entscheidend: "Es ist wichtig, zu hören, was die Leute sagen und auch, was sie nicht sagen. Genau das macht es oft aus." Zu der theoretischen Ausbildung an der Berufsschule gehören deshalb nicht nur der kaufmännisch-verwaltende Bereich und Rechtskenntnisse, sondern unter anderem auch Friedhofskunde sowie fachbezogener Religions- und Ethikunterricht und Trauerpsychologie, erklärt Werner.

Auch die hygienische Versorgung der Leichname ist Teil der Ausbildung. Diese Versorgung ist durch ein spezielles Regelwerk genormt. Das schreibt Bestattern genau vor, wie Verstorbene zu waschen und zu desinfizieren sind.

Für Dorina Spannenberger ist das keine rein handwerkliche Tätigkeit: "Es ist einem schon bewusst, dass da ein Mensch liegt. Ich habe aber auch schnell gemerkt, da ist niemand mehr da. Es ist eine menschliche Hülle." Berührungsängste hatte sie jedoch keine: "Der erste Verstorbene, den ich gesehen habe, hat tatsächlich gelächelt. Es war ganz ruhig und friedlich."

Der Beruf ist komplex und mit vielen Herausforderungen verbunden. Bestatter seien gleichzeitig Handwerker, Berater, Seelsorger, Unternehmer, Ausbilder und Dienstleister und tragen daher enorme Verantwortung, so der BDB. mag