Kraft und Teamgeist sind gefragt
05.09.2018

Ausbildung zum Maurer

Josef Schadl macht eine Ausbildung zum Maurer. Bei fast jedem Wetter muss er draußen arbeiten. Foto: Tobias Hase/mag

Einen Job am Fließband oder gar am Schreibtisch konnte sich Josef Schadl beim besten Willen nicht vorstellen. „Ich wollte raus, an die frische Luft“, sagt der 18-Jährige, der aus einem kleinen oberbayerischen Ort bei Altomünster stammt. Mittlerweile ist er im zweiten Ausbildungsjahr zum Maurer. „Man kommt rum, arbeitet auf verschiedenen Baustellen, und kein Tag ist wie der andere“, erzählt er.

„Der Maurer war lange Zeit der Einstiegsberuf auf dem Bau“, sagt Ilona Klein vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Zwar gibt es auf Baustellen auch Maschinen, die die Arbeit erleichtern, trotzdem wird noch viel von Hand gemacht. Nach den Plänen der Architekten erstellen Maurer Wände und Stützen, bei manchen Gebäuden auch besondere Gebilde wie Gewölbe. Zudem betonieren sie Fundamente und Decken.

Es ist ein anstrengender Job. Und das spiegelt sich auch in der Bezahlung wider: Angehende Maurer verdienen besonders gut. Im ersten Ausbildungsjahr bekommen sie in Westdeutschland rund 780 Euro, im zweiten Jahr sind es etwa 1130 Euro und im dritten Jahr mehr als 1400 Euro – im Osten ist die Vergütung etwas geringer.

„Der Geselle ist ja nur der Anfang“, sagt Klein. Ausgelernte Maurer können sich weiterbilden – und Vorarbeiter, Polier oder etwa Kolonnenführer werden. „Damit haben sie Quasi-Management-Aufgaben auf den Baustellen.“ Denkbar ist auch, dass dann der Meister oder Techniker folgt. Eine Option, die sich auch Schadl nach seiner Ausbildung vorstellen kann: „Der Techniker wäre eine Absicherung, falls auf der Baustelle mal was passiert.“ Und es gibt noch weitere Aufstiegschancen: Wer den Meister absolviert hat, kann sogar zum Studium zugelassen werden – etwa in den Ingenieurwissenschaften. Bewerber müssen zwar keine Top-Noten in Mathe, Physik oder anderen Fächern mitbringen. Aber sie sollten die Grundlagen verstanden haben: „Rechnen, Flächenberechnung, räumliches Vorstellungsvermögen, Pläne lesen und verstehen – das müssen sie können, um die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren“, sagt Klein. Doch: „Das Wichtigste, was man im Job aber immer wieder braucht, lernt man auf der Baustelle und in der Berufsschule“, sagt Schadl.

Team- und Kommunikationsfähigkeit ist ebenfalls gefragt, sagt Alexander Dietz von der Handwerkskammer München und Oberbayern. Bewerber sollten außerdem eine gute Gesundheit, eine gewisse Grundfitness sowie Körperbeherrschung haben und schwindelfrei sein.

Die Aufgabengebiete sind vielfältig: Baufirmen bekommen oft Aufträge im Bereich Hoch- und Tiefbau, für Einzel- und Mehrfamilienhäuser, aber auch für Industriebetriebe, Rathäuser, Schulen oder Kitas. Manche Firmen sind auf Jahre ausgebucht. „So mancher hat da Probleme, guten Nachwuchs zu finden“, sagt Dietz. Junge Gesellen, die flexibel und umfassend ausgebildet sind, haben also beste Jobaussichten. mag

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