Die Kartoffel als Hausmittel

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31.08.2021

ODENWALD. Nicht nur in der Küche werden Kartoffeln auf vielfältige Weise eingesetzt. Als Hausmittel werden den „tollen Knollen“ seit jeher heilende Kräfte zugeschrieben, die vielerlei gesundheitliche Beschwerden lindern sollen und gut für das Aussehen sind.

Die Erdäpfel sind ein ausgezeichneter Wärmespeicher und können so auf viele Arten Linderung verschaffen. Gekochte, noch heiße Kartoffeln auf einem Leinentuch zerdrückt und als Wickel um den Hals gelegt, helfen, Hustenreiz und Halsschmerzen zu lindern. Zudem soll eine heiße Kartoffelauflage auf dem Nasenbereich schleimlösend und schmerzlindernd wirken sowie bei Nebenhöhlenentzündungen helfen.

Wer Kopfschmerzen hat, dem wird empfohlen, rohe Kartoffeln auf die Stirn zu legen. Auch bei kleinen Verbrennungen soll das Auflegen von rohen, geriebenen Kartoffeln, die man nach jeder Stunde wechselt, wahre Wunder bewirken und den Schmerz stillen.

Gut für die Haut

Darüber hinaus können Kartoffeln auch zur Hautpflege eingesetzt werden: Bei fettiger Haut wird eine gekochte, geschälte und fein zerdrückte Kartoffel mit zwei Esslöffeln Milch und einem Teelöffel Zitronensaft vermischt. Die Maske wird auf die jeweiligen Stellen auftragen und 20 Minuten einwirken lassen. Gegen Pickel und Mitesser, aber auch gegen Augenringe soll dagegen eine Maske aus rohen, geschälten und fein geriebenen Kartoffeln helfen, die zehn Minuten auf der Haut einwirken soll. Eilige können aber auch einfach die Haut mit rohen Kartoffelscheiben abreiben.

Zur innerlichen Anwendung

Der Saft frisch geriebener Kartoffeln kann angeblich Verdauungsprobleme, Magenverstimmungen und Sodbrennen lindern. Bei einer Übersäuerung des Magens soll man über längere Zeit täglich Kartoffelbrei essen und auch bei chronischer Verstopfung hilft es, zu allen drei Hauptmahlzeiten viel Kartoffeln, möglichst als Brei, zu essen.

Nicht zuletzt wird beim Verschlucken von spitzen Fremdkörpern oder Fischgräten hin und wieder empfohlen, größtmögliche Mengen gekochter Kartoffeln zu essen.

Vorsicht ist jedoch bei grünen Kartoffeln und Kartoffelkeimen geboten, da diese das Gift Solanin enthalten, also für Mensch und Tier ungenießbar sind. Daher dürfen Kartoffeln nicht vorzeitig geerntet werden, Keime müssen tief ausgestochen und eventuell vorhandenes Grünes vor dem Kochen großzügig weggeschnitten werden. Keimende Kartoffeln sollten nur noch geschält und gekocht verzehrt werden. (memm).
   

Andere Länder, andere Namen – aber beliebt ist die Kartoffel überall
   

Weltweit ist die Kartoffel eines der beliebtesten Nahrungsmittel. Die Erdäpfel zeichnen sich neben ihrem hohen Gehalt an Vitamin C, Magnesium und Eisen durch verschiedene B-Vitamine aus und sind reich an Fluorid, Phosphor, Kupfer und Zink. Zudem haben sich weltweit unzählige Zubereitungsarten entwickelt, wovon einige einen regelrechten Siegeszug durch die ganze Welt angetreten haben. Ein Beispiel: die belgische Pommes Frites. Kartoffeln lassen sich deftig und süß, kross gebraten und weich gekocht, als wohltuende Suppe oder Seelenspeise Kartoffelpüree zubereiten, und, und, und.

In den einzelnen Ländern trägt die „tolle Knolle“ übrigens ganz verschiedene Namen, nicht immer lässt sich der „Erdapfel“ einfach übersetzen. Hier daher eine kleine Auflistung mit einer Auswahl unterschiedlicher Namen, die möglicherweise auch für den nächsten Urlaub hilfreich sein kann:

arabisch: Batates
bulgarisch Kartof
chinesisch: Tudou
englisch: Potatoe
estnisch: Kartul
französisch: Pomme de Terre
griechisch: Patate
holländisch: Aardappelen
isländisch: Kartafla
italienisch/spanisch: Patata
iranisch: Ssib-Sammini
japanisch: Jiagaimo
kroatisch: Krumpir
luxemburgisch: Gromper
marokkanisch/portugiesisch
und tunesisch: Batata
norwegisch: Potet
österreichisch: Erdapfel
polnisch: Ziemnaik
rumänisch: Cartof
schwedisch: Potatis
slowenisch: Korun
slowakisch: Zemiak
suomi: Peruna
tschechisch: Bramborv
türkisch: Patates
ungarisch: Burgonya
walisisch: Bytaten. (memm/stü).