Wo ein Wille ist, warten Chancen

„Blumenhaus Chrysanthem“: Motivierten Kräften bieten sich hier gute Möglichkeiten

Drei gute – talentierte, motivierte und zuverlässige – Gründe für einen Ausbildungsbetrieb wie das „Blumenhaus Chrysanthem“: Elena Bondarenko ....

16.09.2020

„Den ganzen Tag habe ich schöne Blumen um mich herum, das hebt die eigene Stimmung, die Arbeit erfüllt mich“, sagt Elena Bondarenko und strahlt. Das tun auch Britta Boecking und Janik Hoffmann, wenn sie von ihrer Mitarbeiterin oder Kolleginnen wie zum Beispiel Mandica Kaijic sowie der Auszubildenden Livia Reißig erzählen. 

Die drei Frauen gehören nämlich zu den guten Gründen, weshalb die beiden Geschäftsinhaber des „Blumenhauses Chrysanthem“ am Alten Friedhof in Darmstadt und der beiden Filialen „Meisterflorist am Prinz-Emil-Garten“ und „Blumenhaus Chrysanthem“ in Eberstadt immer noch gerne Ausbildungsbetrieb für Floristen und Friedhofsgärtner sind. Trotz aller Schwierigkeiten, die das bisweilen mit sich bringt. 

Wenige gute Bewerber

„Gute Leute zu finden, ist extrem schwierig geworden“, berichtet Britta Boecking. Verantwortlich machen sie und Hoffmann dafür die schlechte Bezahlung des Handwerks und die fehlende Anerkennung generell für handwerkliche Berufe. Auch. Aber nicht allein.

Oft mangele es Bewerbern schlicht an Einsatzbereitschaft, Orientierung, Teamfähigkeit, Motivation und Verlässlichkeit. Kriterien, die Grundvoraussetzung für jede Ausbildung sind. Ein Zustand, den daher seit Jahren auch andere Betriebe beklagen. „Schulische Noten sind dabei für uns zweitrangig“, betont Boecking. „Wichtig ist für uns, zu sehen, dass jemand wirklich will und zuverlässig ist.“

Denn gerade handwerklichkreative Berufe wie der des Floristen oder des Friedhofsgärtners geben Raum zur Entfaltung und für die eigene Kreativität. Und das „Blumenhaus Chrysanthem“ bietet beste Voraussetzungen für motivierte Kräfte: Es ist unter Kollegen als hervorragender Ausbildungsbetrieb bekannt, weiß Livia Reißig, die im „Blumenhaus Chrysanthem“ derzeit ihr drittes Lehrjahr absolviert. Die 19-Jährige war nach einem Orientierungstag auf dem Arbeitsamt und einem Praktikum bei einem anderen Floristen sicher, „das will ich werden“, und bekam das „Blumenhaus Chrysanthem“ als „besten Ausbilder“ empfohlen. Umgekehrt ist Livia für ihre Chefs „ein seltener Glücksgriff“.

Gleiches gilt für Mandica Kaijic, die wie Elena Bondarenko einen ungewöhnlichen Weg hinter sich hat. Die 35 Jahre alte Kroatin, die berufliche Erfahrung als Hochzeitsdekorateurin aus ihrem Heimatland mitbrachte, hat in Deutschland neu angefangen und ist seit Februar fertig mit einer Umschulung. Als „begnadete Floristin“ hat sie nun ihren festen Platz im Team.

.... Mandica Kaijic (links) und Livia Reißig (rechts) in den drei Filialen des „Blumenhaus Chrysanthem“ in Eberstadt, am Prinz-Emil-Garten („Meisterflorist“) und am Alten Friedhof. Fotos: Andrea Glogowski
.... Mandica Kaijic (links) und Livia Reißig (rechts) in den drei Filialen des „Blumenhaus Chrysanthem“ in Eberstadt, am Prinz-Emil-Garten („Meisterflorist“) und am Alten Friedhof. Fotos: Andrea Glogowski

Auch Elena Bondarenko entschied sich mit Ende 30 für einen Quereinstieg und hat bewiesen: Wo ein Wille ist, ist ein Weg. „Die Schule fiel mir wegen der Sprache schon schwer“, sagt die gebürtige Russin, „aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht und fehlt mir jetzt sogar“. Mitte Juli hat die 43-Jährige ihre Abschlussprüfung zur Floristin erfolgreich absolviert – und ist weiterhin für die Kunden in Eberstadt da.

Die drei Frauen sind froh, Teil des 40-köpfigen Teams von Britta Boecking und Janik Hoffmann zu sein. Sie bieten nämlich mehr als eine gute Ausbildung. Neben der Wertschätzung und familiären Atmosphäre untereinander zum Beispiel auch attraktive Arbeitsregelungen.

Statt vorübergehender Freistellungen in den Wintermonaten – in witterungsbedingten Branchen wie der Friedhofsgärtnerei nicht unüblich – sind die Mitarbeiter dauerhaft festangestellt. Dank flexibler Überstundenkonten, die über die Saisonmonate aufgefüllt werden, ist es möglich, in den ruhigen Monaten von Dezember bis Februar durch kürzere Arbeits- und längere Urlaubszeiten Stunden abzubauen. Damit bleiben der Gang zum Arbeitsamt, also vorübergehende Arbeitslosigkeit, viel Bürokratie für beide Seiten und die Unsicherheit, ob eine Wiedereinstellung erfolgt, aus.

Das hat auch für die beiden Chefs Vorteile, sie wissen, was sie an guten Kräften haben: „Unsere Mitarbeiter sind lange bei uns und kennen sich aus“, erklärt Hoffmann. „Das ist nicht zuletzt in der Grabpflege wichtig, wenn man erst mal wissen muss, wo die einzelnen Quartiere mit unseren Pflegegräbern zu finden sind.“

Wer sich weiterentwickelt oder eine Fortbildung mitbringt, hat in der Branche ohnehin gute Chancen: „Wer eine Meisterschule besucht, wird oft schon von der Schule weggefischt“, berichtet Hoffmann, der mit seiner Geschäftspartnerin zum Beispiel auch gerne einen Friedhofsgärtnermeister einstellen würde, um sich zu entlasten. Denn dank ihres guten Rufs und einer stets wachsenden Zahl an Vorsorgeverträgen für die Grabpflege, mussten sogar schon Aufträge abgelehnt werden.

Umgekehrt heißt das: Der Betrieb ist langfristig gut aufgestellt. Insgesamt also erfreuliche Perspektiven für das Darmstädter Unternehmen, das im kommenden Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiern wird – und auch noch lange erfolgreich bestehen soll. Dank seiner guten Leute. stü

Kontakt

Blumenhaus Chrysanthem
Palisadenstraße 12
64297 Darmstadt-Eberstadt
Telefon: 06151/55295
www.chrysanthem.de
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr, Samstag: 8 bis 16 Uhr