Krimi-Netzwerk feiert 25-jähriges Bestehen

Andrea C. Busch war eine der Mitbegründerinnen der Mörderischen Schwestern

Anlässlich des Jubiläums gibt es auch Briefmarken mit dem Logo der Mörderischen Schwestern. Deren
Mitbegründerin Andrea C. Busch (rechts) verstarb viel zu früh. Fotos: (li.) Gelfort / Repro: Emmerich; (re.) Emmerich

30.03.2021

Die Förderung, Anerkennung und Professionalisierung von Autorinnen im Bereich Krimi und Thriller haben sich die Mörderischen Schwestern zum Ziel gesetzt. Das rund 600 Mitglieder starke Netzwerk deutschsprachiger Krimi-Autorinnen, Verlagsfrauen und Krimi-Liebhaberinnen, das 2021 sein 25-jähriges Jubiläum feiert, wurde von der Groß-Zimmerner Andrea Claudia Busch mitbegründet. Die Krimi-Autorin etablierte darüber hinaus Anthologien mit kulinarischen Spannungsgeschichten.

Schon als Jugendliche entdeckte die 1963 Geborene ihre Liebe zu Kurzgeschichten und Krimis, die sie nicht nur las, sondern auch selbst verfasste. Während ihres Studiums zur Diplom-Übersetzerin intensivierte Andrea C. Busch ihre Leidenschaft und widmete sich fortan Frauenkrimis sowie der Übersetzung von Kochbüchern, während sie mit „Mord stinkt zum Himmel“ 1996 ihren ersten Kriminalroman verfasste.

Auf der Buchmesse entdeckte die Groß-Zimmernerin den Flyer der amerikanischen „Sisters in Crime“ und trat dem Netzwerk als Mitglied bei. Sie tauschte sich rege mit den Autorinnen aus und beschloss mit Gleichgesinnten ein deutsches Pendant ins Leben zu rufen. Das war die Geburtsstunde des in Frankfurt gegründeten „Sisters in Crime German Chapter“, deren Vizepräsidentin Andrea C.

Busch wurde. Sie kümmerte sich vier Jahre lang vor allem um die internationalen Kontakte. Parallel zu ihrem Engagement bei den Mörderischen Schwestern war die Groß-Zimmernerin Krimirezensentin der „Virginia – Zeitschrift für Frauenbuchkritik“ und Mitarbeiterin des Darmstädter Frauenmagazins „Mathilde“. Sie forschte zum Thema „Frauen und Sport“ und lieferte einen jährlichen Beitrag für das Blaue Buch der „BücherFrauen“ über die Verballhornung unserer Sprache in den Medien.

Durch ihre freiberufliche Tätigkeit als Übersetzerin von Kochbüchern kam Andrea C. Busch auf die Idee zu einer kulinarischen Krimi-Anthologie: Mit „Mord zwischen Messer und Gabel“ brachte sie 1999 bei Gerstenberg erstmals ein Buch heraus, in dem einerseits nur weibliche internationale Autorinnen vertreten waren, andererseits wurden die Kurzkrimis von dazu passenden kulinarischen Rezepten begleitet. Die Kombination kam an, so dass die Groß-Zimmernerin zusammen mit ihrer Studienkollegin, Mörderischen Schwester und langjährigen Freundin Almuth Heuner noch weitere Varianten dazu veröffentlichte: „Mord zwischen Lachs und Lametta“, „Mord zum Dessert“, „Bei Ankunft Mord“ (mit Reisetipps), „Mord im Grünen“ (mit Gartentipps) und schließlich 2007 „Mord im Weinkeller“ (mit Weinempfehlungen).

Noch heute sind die Bände der bereits 2008 verstorbenen Krimi-Autorin sehr beliebt – zeichnen sie sich doch durch kriminell guten Lesestoff und erprobte Rezepte aus. memm